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Blue Ridge Models: Lenkwaffen-U-Boot USS Growler (1/350) Drucken
Donnerstag, 27. November 2014 um 06:00

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Bildquelle: Blue Ridge Models

Modell: USS Growler SSG-577
Hersteller: Blue Ridge Models
Maßstab: 1/350
Material: Resin, Messingätzteile
Art.Nr.: BRM-35005
Preis: ca. 80,-€ (NNT)

Das Original

USS Growler ist das zweite Boot der Grayback-Klasse. Ursprünglich wurde die Klasse zusammen mit einem dritten Boot als konventionelle Jagd-U-Boote konzipiert. Während des Bau 1956 wurde jedoch beschlossen Grayback und Growler derart umzubauen, dass sie den Marschflugkörper Regulus I aufnehmen und in See starten konnten. Dazu wurden die Einheiten verlängert und in der erhöhten Back zwei nebeneinanderliegende Druckkörper eingebaut. Zusätzlich wurde der Überwasserbereich um den Turm herum verbreitert.

Beide Boote wurden 1958 in Dienst gestellt, jedoch bereits 1964 wieder ausgemustert. Dies liegt in der Tatsache, dass der parallel entwickelte Interkontinental-Flugkörper Polaris einsatzreif wurde und auf den inzwischen verfügbaren entsprechende SSBN-Trägerplattformen eingesetzt wurde.

Während Grayback zu einem Transport-U-Boot für Kampfschwimmer oder Kommando-Einheiten umgebaut wurde, verzichtete man bei Growler darauf, da die Kosten doppelt so hoch ausfielen wie geplant. 1980 wurde USS Growler aus der Flottenliste gestrichen. Sie ist jedoch als Museumsschiff erhalten geblieben und kann im Interpid Sea Air and Space Museum in New York besichtigt werden.

Technische Daten:

Länge:             96,8 m
Breite:              8,3 m
Tiefgang:          5,8 m
Verdrängung:     2.540 ts aufgetaucht / 3.515 ts getaucht
Antriebsleistung: 4.5000 / 5.600 WPS
Geschwindigkeit: 20 / 17 kn
Besatzung:       9 / 87
Bewaffnung:     6 Bug-, 2 Hecktorpedorohre 53,3cm
                     4 FK Regelus I, geplant 2 FK Regulus II

Quelle: Stefan Terzibaschitsch, U-Boote der US Navy, ISBN 3-7822-0494-8 

Der Bausatz

Blue Ridge Models setzt seine Reihe früher US amerikanischer Nachkriegs-U-Boote mit der Growler konsequent fort. Wie schon die Vorgängerbausätze sind die in hellgrauem Resin gegossenen Bauteile in einer stabilen Pappschachtel zusätzlich mit Schaumstoffeinlagen optimal verpackt.

Der Rumpf ist blasenfrei gegossen, hat allerdings entlang der Teilung auf der Unterseite einen leichten Versatz. Leichte Bearbeitungsspuren am Urmodell sind auf der Unterseite ebenfalls auszumachen, welche aber vermutlich nach der Lackierung nicht mehr auffallen werden. Gemäß den Dimension über das Original ist die Länge stimmig, die Breite wird im Maßstab um vier Millimeter überschritten.

Eindeutiges Highlight dieses Models sind die Druckkörper für die Regulus-Flugkörper. Bei diese können nicht nur die beiden Kugelschotts geöffnet gebaut werden, sondern der obere Teile des Backdecks ist ein separates Bauteil mit darunterliegenden, komplett eingerichteten Hangarbereichen.

Der Turm ist separat in einem Stück gegossen. Bei diesem Modell wird er durch Einsetzen in eine Tasche im Walrückendeck des U-Bootes positioniert. Allerdings ist diese Tasche umlaufend ca. 0,5 mm größer und dürfte nur aufwendig zu verschließen sein.

Durch die Form des Turmes kann ausschließlich USS Growler gebaut werden.

Auf drei Gussriegel verteilen sich die übrigen Resinteile. Die Ausfahrgeräte sind leicht verzogen. Typischer Teilungsgrat in Form einer dünnen Haut ist vorhanden.

Die beiden Propeller liegen in orangefarbenen Kunststoff als 3D-Druckteile bei.

Insgesamt betrachtet sind alle Resinteile blasenfrei und bis auf wenige Ausnahmen (Spitzen der Hangarabdeckung, Ausfahrgeräte und Backbord Schanzkleid) ohne Verzug gegossen. Das Urmodell des Rumpfes hätte etwas besser geschliffen werden können. Selbes gilt für größere Kleinteile, da man dem Bausatz an vielen Stellen seine Herstellung als 3D-Druckteil anmerkt. Dies macht sich vor Allem an der Facettierung des Turmes und der Regulus-Flugkörpers bemerkbar. Bei genauem Betrachten fallen ebenfalls leichte Bausstufen am Bootskörper sowie der Startrampe auf. Das ist aber in diesem Fall Jammern auf hohem Niveau. Nach diversen Lackaufträgen wird dies alles vermutlich verschwinden.

Die Fotoätzteile

Die 95 x 60 mm große und 0,13 mm dicke Messingplatine ergänzt den Bausatz mir allen nicht in Resin zu fertigenden Teilen. Neben den für Blue Ridge Models typischen einzelnen Relingstützen, Klampen und Turmreling sind dies hier die Flügel der Regulus, Details am Fk-Starter und Plattformen in den Hangars.

Die Flügel der Flugkörper lassen sich dank Reliefätzung eingeklappt verbauen.

Decals

Zwei kleine Decalböge beinhalten Hoheitsabzeichen für die Flugkörper. Interessanterweise sind Rumpfnummern und Namenszüge für alle U-Boote, welche jemals mit Regulus ausgerüstet waren, vorhanden.

Die Anleitung

Im amerikanischen Formt-Pendant zu DIN A4 ist die Anleitung auf acht Seiten einseitig gedruckt vorhanden. Nach zwei Seiten mit einleitendem Text und einer Auflistung der Bausatzteile in Bild und Schrift schließen sich zwei weitere Seiten Text an, in dem der Zusammenbau mit all seinen Optionen sowie die Farbgebung der einzelnen Komponenten beschrieben wird. Die Farbangaben sind sehr allgemein gehalten, z.B. Ocean Gray, Light Gray, Orange, und lässt somit viel Interpretationsspielraum. Nach drei farbig gedruckten Seiten, welche in Computergrafiken einzelne Bereiche des Modells beleuchten, schließt die Anleitung mit einer s/w Drauf- und Seitenansicht, woraus der genaue Farbverlauf des Bootes ersichtlich ist.

Fazit

Wie bereits bei den Bausätzen der Nautilus, Gudgeon und Albacore sind die Macher von Blue Ridge Models sehr ambitioniert an dieses Thema herangegangen und haben einen einzigartigen Bausatz mit vielen Optionen auf den Markt gebracht. Da sei es auch verziehen, dass der Unterwasserbereich des Urmodell-Rumpfes etwa unsauber verschliffen wurde oder an der ein oder anderen Stelle noch die Facettierung zu sehen ist. Im Fall des Turmes erinnert diese sogar an eine Art „oil-canning“.

alt empfehlenswert

Sven

Wir danken Blue Ridge Models für das Bausatzmuster