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SMS Dresden und Sierra Cordoba (1/1200, Eigenbau) von Wilfred Grab Drucken
Montag, 30. September 2019 um 05:00

Das Bild eines unbekannten Malers (siehe hier und hier) regte mich zum Bau der beiden dargestellten Schiffe an. Das Gemälde zeigt die Versorgung des Kleinen Kreuzers SMS Dresden durch das Passagier- und Frachtschiff Sierra Cordoba in einer Bucht der Insel Santa Inès nahe Punto Arenas. Während sich für den Bau des Kreuzers im Internet ohne großen Aufwand Schiffsrisse finden, ist die Lage für den Bau des Passagierfrachters fast aussichtslos. Es lassen sich nur gerade technische Daten und einige Fotos herausfiltern. Aber genau das war es, was mich als besondere Herausforderung dranbleiben ließ.

Kleiner Kreuzer SMS Dresden

Der Kleine Kreuzer SMS Dresden, 1914 an der Ostküste Nordamerikas operierend, reihte sich bei Beginn des Krieges und nach Erreichen der Osterinseln ins Ostasiengeschwader Admirals Maximilian Graf von Spee ein. Mit dem vereinten Geschwader focht er in der Seeschlacht bei Coronel erfolgreich gegen das englische Geschwader unter Admiral Christopher Cradock. Während der Seeschlacht bei den Falklandinseln am 8. Dezember 1914 wendete sich jedoch das Blatt: SMS Dresden entging als einziges Schiff der Vernichtung durch die Briten unter dem Kommando von Admiral Sturdee. Dank einer Regenbö und dank ihres Turbinenantriebs konnte sich SMS Dresden den Gegnern entziehen und nach Süden absetzen. Später jedoch, nach wochenlangem Versteckspiel an der chilenischen Küste, wurde das Schiff von den Panzerkreuzern HMS Glasgow, HMS Kent und dem Hilfskreuzer Otranto bei Más a Tierra am 14. März 1915 aufgebracht, was zur Selbstversenkung der Dresden führte.

Für den Modellbau der SMS Dresden dienten Pläne und Fotos des Originals und Fotos von Modellen der Dresden und ihres Schwesterschiffes SMS Emden, die im Internet in großer Zahl zu finden sind.

Sowohl das Modell der Dresden als auch das der Sierra Cordoba wurde in Schichtbauweise aus Polystyrolplatten aufgebaut. Die Masten sind aus Stahldraht, die Takelage aus elastischem Faden von Uschi van der Rosten. Zur Bemalung verwende ich Emailfarben und zur Alterung Aquarellfarben.

 

Passagier- und Frachtdampfer Sierra Cordoba

Die vier Passagier- und Frachtschiffe der Sierra-Klasse wurden ab 1913 vom Norddeutschen Loyd auf der Südamerika-Route eingesetzt. Anfang 1915 diente die Sierra Cordoba als Versorger des Kleinen Kreuzers SMS Dresden an der Südküste Chiles. Es gelang ihr, den Kleinen Kreuzer in einer Bucht der Santa Inès Insel mit Proviant, Kohle und Ersatzteilen nachzurüsten. Ein weiteres Treffen musste wegen der späteren Selbstversenkung des Kreuzers abgeblasen werden.

1917 wurde das Frachtschiff von der peruanischen Regierung beschlagnahmt und in Callao umbenannt. Ab 1919 stand es im Dienst der US Navy und transportierte Soldaten und Pflegepersonal vom europäischen Kriegsschauplatz zurück in die Staaten. 1922 wurde das Schiff unter dem Namen Ruth Alexander in die Dolar Line (1938 in American President Line umbenannt) eingegliedert. Während eines japanischen Luftangriffes wurde die ehemalige Sierra Cordoba am 31. Dezember 1941 bei Balikpapan (Borneo) von einem Flugboot gebombt und sank zwei Tage später.

Da für das Modell der Sierra Cordoba keine Schiffsrisse zur Verfügung standen, musste die Rekonstruktion anhand der technischen Angaben und mit den vorhandenen Fotos vorgenommen werden, was relativ gut gelang, weil ich eine Abbildung genau querab fand. So konnte ich die Längsproportionen einigermaßen genau festlegen und in meine Rissskizze übertragen.

Noch einige Fotos vom Zusammentreffen an der chilenischen Küste:

Um die kleinen Modelle prominent als Blickfang präsentieren zu können, wählte ich eine reduzierte Darstellungsszenerie auf einem neutralen, anthrazitfarbigen Sockel.

Wilfred Grab
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