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Japanisches Kranschiff Seishu Maru (1/700, FSTAR) von Jürgen Klüser Drucken
Donnerstag, 31. Oktober 2019 um 06:00

Das Original

Die meiste Aufmerksamkeit bekommen in der Regel die schweren Kampfschiffe oder die schnellsten Liner. Bei den kleinen Arbeitspferden, ohne die eine Marineinfrastruktur nicht auskommt, gibt es aber auch manches beachtenswertes Kleinod. So auch IMHO das japanische Kranschiff Seishu Maru.

Sie lief 1926 vom Stapel und trug einen 147 t Kran. Hintergrund war das Washingtoner Abkommen, nach dem Japan, die USA, Großbritannien, Frankreich und Italien sich auf Obergrenzen für schwere Einheiten einigten. Eine Vielzahl älterer Schlachtschiffe war zu verschrotten. Japan entschied sich, viele der Türme der Hauptbewaffnung zur Küstenverteidigung zu nutzen. Die Seishu Maru sollte die Türme zu den verschiedenen Orten transportieren. Dies geschah für die Kashima (Dokumentenlage nicht eindeutig), Aki, Ibuki, Ikoma, Kurama, Settsu, Tosa und Akagi (wegen Umbau zum Flugzeugträger).

Später diente Seishu Maru als Bergungsschiff. Sie überlebte den Krieg und diente zum Beispiel für den Transport schwerer Lokomotiven. 1946 ging sie in einem schweren Taifun nahe Hong Kong verloren.

Das Modell

Die Seishu Maru ist ein sehr typischer Bausatz von FSTAR (auch Five Star) - Rumpf, Schornstein und die Kranbasis sind aus Resin, der Rest aus Ätzteilen. Das Resin ist sehr sauber gegossen. Ich mag eigentlich keine Ätzteile, hier kam ich trotzdem in Begeisterung. Das Design dreidimensionaler Strukturen wie den Aufbauten oder dem Kran ist sehr gelungen. Man muss trotz der übersichtlichen Bauanleitung manchmal etwas überlegen, wie das alles gefaltet und gebogen werden muss, es gibt aber keine wirklichen Schwierigkeiten. Das Konzept ist durchweg gelungen. Beiboote liegen keine bei, diese habe ich aus der Restekiste beigesteuert.

Die Bemalung ist IJN-typisch eintönig, daher hab ich die Seishu Maru etwas mehr als sonst "rosten" lassen. Das passt aber durchaus zu den Originalphotos.

Insgesamt hat der Bau großen Spaß gemacht und man hat einen sehenswerten kleinen Exoten in der Sammlung.

Quellen

Jürgen Klüser
www.klueser.de