Modellsuche

Suchen


Nahbereichsverteidigungssystem SeaRAM Mk-15 Mod.31 (1/35, RPG) von Reiner Vögel Drucken
Dienstag, 21. Juli 2020 um 05:00

Modell: SeaRAM Mk-15 Mod. 31 CIWS
Hersteller: RPG Scale Model
Maßstab: 1/35
Material: Polystyrol (Spritzguss), Messing (Ätzteile)
Art.Nr.: 35004
Preis: 42,95 € bei Berliner Zinnfiguren

Das Original

SeaRAM ist ein autonomes Nahbereichsverteidigungssystem, ein Close in Weapon System (CIWS), mit Flugkörpern zur Abwehr von Seezielflugkörpern und Luftzielen. Der Entwurf stammt von Ratheon in den USA, die das System auch produzieren.

SeaRAM wurde entwickelt, um das rohrbasierte Phalanx CIWS durch ein effektiveres System auf Lenkwaffenbasis abzulösen. Zu diesem Zweck wurde das 20-mm-Gatlinggeschütz vom Typ M61 Vulcan durch elf Lenkflugkörper des RIM-116-RAM-Block-1-Systems ersetzt. Die Ortungs-und Feuerleitelektronik ist auf dem Stand von Phalanx Block 1B (Radar und FLIR-Gerät), wobei das Radarsystem modernisiert wurde und ein zusätzliches ESM-System integriert werden kann. Durch dieses Sensorpaket kann SeaRAM autonom arbeiten, das Trägerschiff muss lediglich Strom und Kühlwasser zur Verfügung stellen. Das System kann allerdings auch mittels mehrerer Schnittstellen mit dem Kampfsystem des Schiffes verbunden werden. Dadurch kann die Effizienz noch erheblich gesteigert werden, besonders im Umfeld zahlreicher Ziele und elektronischer Gegenmaßnahmen. Die Abmessungen und elektronischen Komponenten sind dafür ausgelegt, das vorhandene Phalanx-System zu ersetzen.

Am 4. März 2016 wurde die SeaRAM auf dem Zerstörer USS Porter (DDG-78) erfolgreich getestet.

(Quelle: Wikipedia)

Weitere Details zu den technischen Daten des Systems können z.B. in Jane's Fightings Ships oder Naval Weapons gefunden werden.

Der Bausatz

Der Bausatz enthält eine gute Füllung an Teilen in einer doppelten Verpackung. Die Spritzrahmen sind jeweils einzeln in Cellophantüten verpackt, die beiden Rahmen E mit gleichen Teilen jedoch in einer Tüte. Die Ätzteile sind beidseitig mit Folie beschichtet und teilen sich eine Tüte mit den Decals. Alles ist somit sicher verpackt und es können keine abgebrochenen Teile verschwinden.

Die erste Begutachtung des Bausatzes lässt keine Wünsche offen. Die umfangreiche Bauanleitung mit 20 Seiten und 38 Baustufen enthält am Ende noch vier verschiedene Bemalungsvarianten. Aus marinenahen Kreisen war zu erfahren, dass die Farbe Türkis, dargestellt in der ersten Variante, auf eine fehlerhafte Farbcharge zurückzuführen war, die auf starke Sonneneinstrahlung mit Farbumschlag reagierte.

RPG Scale Model hat die Fotos des Originals so gut im Bausatz umgesetzt, dass selbst Kenner staunten.

Baugruppen und Bemerkungen zum Bau

Es ist zu empfehlen, die Baugruppen anzupassen und einzeln zu lackieren. Später kann die Endmontage und Verklebung der Teile erfolgen. Speziell die Ständer mit den Schwenklagerantrieben sollten mit dem Container und dem Radom zusammengesetzt und auf die Drehscheibe Teil B02 geklebt werden.

I. Der Unterbau (Skizze 01-07)

Die Ätzteile PE-A38 an den Gummipuffern vorbiegen, separat spritzen und bei der Endmontage ankleben. Die Bleche an den Ecken gut andrücken, damit außen kein Spalt entsteht. PE-A26 sind unverlierbare Schrauben mit Sicherungsseil. Die Haltebleche für die Arbeitsbühnen am System für Arbeiten an Bord werden aus PE-A28 gefaltet. Vorsicht, diese Teile verschwinden sehr leicht!

II. Schaltschrank (Skizze 08-13)

Der Schaltschrank steht auf sechs Schockabsorbern (Teil E12). Diese bestehen aus einer starken VA-Stahl-Wendel, die oben und unten eingespannt ist. Am Modell kann man hier durch die Längsachse eine 1,2-mm-Bohrung anbringen und so die Federringe besser darstellen.

Die Ätzteilbänder mit den Schraubenköpfen werden angepasst und dann angeklebt.

III. Radom (Skizze 14-20)

Wahlweise kann das Radar im Radom bei offener Fronttür gezeigt werden oder die Tür wird geschlossen verklebt. Auf jeden Fall sollte die Fronttür PE-A01 vor der Bestückung des Radoms mit Tritten und Griffen angepasst werden. Ein Rohr oder Stab von 25 mm Durchmesser und eine mittelharte Gummiplatte bringen die Fronttür in Form.

IV. Container (Raketenmagazin mit Schienen) und Schalteinheit (Skizze 21-25)

Beim Container mit Schalteinheit ist den Konstrukteuren doch ein kleiner Fehler unterlaufen. Die Deckel am Starter vorne und achtern werden nur entfernt, wenn sich ein Flugkörper im Container befindet. In unserem Fall sind vorne oben mittig zwei Deckel entfernt, also müssten achtern ebenfalls die zwei oberen ohne Deckel sein. Kein Problem, mit einem 5,5 mm Hohleisen lassen sich aus 0,2 mm Folie neun Deckel stanzen. Die noch verbliebenen Ringe achtern werden entfernt und durch die gestanzten Plättchen ersetzt. Bitte keinen Plastikkleber verwenden, denn dieser löst den Starter und die Kunststoff-Plättchen an und es gibt eine tolle Schmiererei – bitte Sekundenkleber verwenden!

V. Ständer (Skizze 26-37)

In den seitlichen Ständern sind die Schwenklager mit den Antrieben untergebracht. Die Kleinteile wie Griffe, Deckel und Auflagepunkt der Montagegestelle sind kein Problem.

Etwas schwieriger ist das gleichmäßige Biegen der 16 Blechauftritte für vorne und achtern. Eine Vorrichtung als Klebehilfe bringt die Auftritte in die richtige Breite und auf Höhe. Danach sollten die Auftritte vor dem Ankleben gespritzt werden.

Die Lageschablonen sind eine gute Idee, doch leider nicht als Klebehilfe verwendbar.

Die Auftritte sind etwas größer als die Ausschnitte auf den Schablonen. In diesem Fall bleibt nur, nach dem Spritzen der Ständer und der Auftritte, die Schablonen vor dem Aufkleben der Tritte aufzulegen, die Eckpunkte bzw. Klebepunkte mit einem weichen Bleistift oder einer Nadel zu kennzeichnen und dann die Schablone wieder zu entfernen.

Mit ruhiger Hand und viel Zielwasser lassen sich die Ständer mit den Auftritten schnell bestücken.

VI. Farbgebung

Für meine SeaRAM kamen folgende Emaillefarben von Revell zum Einsatz: 301 Weiß-Seidenmatt und 374 Hellgrau-Seidenmatt. Die Teile wurden mit der Airbrush gespritzt.

Fazit

Es ist von RPG Scale Model eine gute Idee auch Waffensysteme von Schiffen im Maßstab 1/35 als Bausatz anzubieten. Solche Modelle bereichern jede Sammlung, zeigen die Komplexität der Systeme und sind ein „Hingucker“ auf Ausstellungen und in jeder Vitrine. Das Preis-Leistungsverhältnis des Bausatzes ist sehr gut. Der Spaßfaktor war beim Bau des Modells groß, allerdings reichte ein Wochenende dafür nicht aus. Ich hoffe, es gibt weitere dieser einzelnen Systeme als Bausatz.

alt sehr empfehlenswert

Reiner Vögel